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Grundbucheintragungsgebühr rechtssicher vermeiden

https://www.youtube.com/watch?v=vKli5E9FmzI&t=7s

Grundbucheintragungsgebühr in Österreich vermeiden- wie geht das?

Wer in Österreich ein Grundstück erwirbt, muss Grunderwerbsteuer zahlen und für die Einverleibung als Eigentümer im Grundbuch eine Grundbucheintragungsgebühr leisten. Lesen Sie oder schauen sie das Video an, um zu erfahren, wie Sie in manchen fällen zumindest die Grundbucheintragungsgebühr vermeiden.

Der Grunderwerbsteuer unterliegen Kaufverträge oder andere Rechtsgeschäfte, die einen Anspruch auf Übereignung eines Grundstücks begründen. Das können zum Beispiel Scheidungsvergleiche, Schenkungen, Erbschaftsvorgänge, bestimmte Gesellschafterwechsel oder Tauschverträge sein.

Als Grundstücke gelten nicht nur die klassische Liegenschaften, sondern auch

  • das Baurecht, also das Recht auf einem fremden Grund ein Bauwerk zu errichten und
  • Bauten auf fremden Grund, die man auch Superädifikate nennt.

Wie hoch ist der Steuersatz?

Die Grunderwerbsteuer beträgt grundsätzlich 3,5 Prozent der Bemessungsgrundlage. Bei Übertragungen im Familienverband oder bei einer Reihe von weiteren Ausnahmen gibt es andere Steuersätze, aber 3,5% ist der Regelsteuersatz.

Was ist die Bemessungsgrundlage?

Die Grunderwerbsteuer wird grundsätzlich von der so genannten „Gegenleistung“ bemessen. Es gibt aber Ausnahmen: In bestimmten Fällen ist als Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbsteuer der „Grundstückswert“ oder der „Einheitswert“ heranzuziehen. Das werde ich in anderen Videos erklären. Der Grundfall ist aber die sogenannte „Gegenleistung“. Zur Gegenleistung zählt alles, was der Erwerber des Grundstückes dem Veräußerer zu leisten verspricht, um das Grundstück zu erhalten. Das ist natürlich in erster Linie der Kaufpreis, aber zum Beispiel auch die Darlehensschuld, wenn der Käufer eine Darlehnsverpflichtung übernimmt.

Diese Grunderwerbsteuer ist bei jedem Erwerbsvorgang immer zu zahlen.

Neben der Grunderwerbsteuer ist zusätzlich für die Eintragung (Einverleibung) zum Erwerb des Eigentums oder eines Baurechts: 1,1 Prozent vom der Bemessungsgrundlage zu zahlen. Von dieser Grundbucheintragungsgebühr möchte ich in diesem Video reden.

Zählt man Grunderwerbsteuer und Grundbucheintragungsgebühr zusammen, dann sind das 4,6% der Bemessungsgrundlage. Die schlechte Nachricht ist: Die Grunderwerbsteuer können Sie keinesfalls vermeiden. Wie gesagt, gibt es Ausnahmen zur Bemessungsgrundlage oder zum Steuersatz, aber Grunderwerbsteuer fällt immer an.

1,1% Eintragungsgebühr kann man aber unter Umständen in wenigen Fällen vermeiden. 1,1% Eintragungsgebühr wäre zum Beispiel bei einem typischen Kaufpreis von EUR 250,00,00 immerhin 2750,00 Euro.

Wann also ist die Eintragungsgebühr nicht zu leisten?

Nun dann, wenn Sie das erworbene Eigentum nicht ins Grundbuch eintragen. Und das ist für viele oft überraschend: Sie müssen das nicht tun. Sie müssen sich nicht als Eigentümer im Grundbuch einverleiben lassen, wenn Sie beabsichtigen, das erworbene Grundstück weiter zu veräußern. Wenn Sie zum Beispiel ein Grundstück erben und gleich weiterverkaufen wollen oder ein Grundstück kaufen und zum Beispiel nach einer Renovierung verkaufen oder ihren Kindern schenken wollen oder wenn Sie im eine Kaufoption auf ein Grundstück ziehen, dann sind Sie nicht gezwungen, zuvor ihr Eigentum im Grundbuch einverleiben zu müssen. Sie müssen zwar die Grunderwerbsteuer zahlen, aber Sie können die Eintragungsgebühr vermeiden. Der Letztkäufer benötigt für seine Einverleibung des Eigentumsrechts zwar den Nachweis, dass Sie das Grundstück käuflich erworben oder geerbt oder geschenkt bekommen haben, aber dafür reicht der beglaubigte Kaufvertrag oder der Einantwortungsbeschluss, oder ein anderer Titel, aber Sie müssen nicht erst im Grundbuch als Eigentümer eingetragen sein, um ein Grundstück rechtsgültig weiter verkaufen zu können.

Ich gebe Ihnen aber auf Grund meiner Erfahrungen auch den Tipp, dies zukünftigen Kaufinteressenten von Anfang offen zu legen. Denn ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass unerfahrene Käufer vom Vertrag ängstlich zurücktreten, weil der Verkäufer nicht im Grundbuch steht, wobei dies in Wahrheit völlig unproblematisch war. Dann entstehen Rechtsstreite, die Sie vermeiden können, wenn Sie alle Karten offen auf den Tisch legen.

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